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  • Rosa

Toul (FR) - Richardménil (FR) - Charmes (FR)

Am Montag, den 21.06.2021 starteten wir morgens mit einem Einkauf in einem Super- und Haushaltsmarkt in die Woche. Wir kauften zwei sehr notwendige Dinge, die wir schon seit Tagen sehnlichst herbeiwünschten: ein neuer Handstaubsauger (unser alter Handstaubsauger hat hinter der deutschen Grenze den Geist aufgegeben und ohne bekommen wir die Kajüte nicht sauber) und ein Ventilator, der mit 12V-Anschluss aufladbar ist.

Am Vormittag verließen wir den Hafen von Toul und fuhren zu TSNI Marine, einer Boots- und Motorwerkstatt am Rand von Toul. Oskar hat zwar mithilfe eines Kabelbinders die Wellendichtung an unserem Motor wieder dicht bekommen, aber da das Problem dadurch nicht gelöst ist, wollten wir es kontrollieren und reparieren lassen. Der Motor-Mechaniker schaute es sich an und meinte, dass er das Teil bestellen (dauert 2-3 Tage) und dann April aus dem Wasser holen muss um es zu montieren. Der Kostenvoranschlag betrug über 700 Euro. Oskar und ich besprachen es, haben aber vorher schon beschlossen, dass wir maximal (und nur zähneknirschend) 500 Euro ausgeben würden. Drei weitere Tage in Toul bleiben und 700 Euro zahlen war uns definitiv zu viel und wir lehnten freundlich das Angebot des Monteurs ab. Oskars Kabelbinder-Lösung ist zwar nicht ideal und muss regelmäßig kontrolliert werden, aber es funktioniert. Und wenn es wieder stärker leckt oder mit Kabelbinder nicht mehr funktioniert, dann müssen wir eben nochmal eine Werkstatt aufsuchen und in den sauren Apfel beißen.

Von Toul fuhren wir auf die Mosel. Plötzlich waren wir wieder auf einer Berufsschifffahrtsstraße mit Schubverbänden und entsprechend großen Schleusen- und ohne Algen! Die Mosel war hinter Toul sehr breit, von Wäldern und Hügeln gesäumt und wenn die Schleusen und Binnenschiffe nicht gewesen wären, hätte es ein Fluss vor mehreren hundert Jahren sein können. Hinter Neuves Maisons ist die Mosel nicht mehr von der Berufsschifffahrt nutzbar. Der Fluss wurde zum schmalen und malerischen Canal des Vosges, der wie die Meuse idyllisch und unberührt wirkt. Wir bekamen wieder eine Fernbedienung ausgehändigt, damit wir die folgenden Schleusen selbst bedienen können. Wir werden den ganzen Canal des Vosges bis zur Saône fahren, d.h. 124 km und 93 (!) Schleusen. Abends kamen wir in Richardménil an, wo es einen einfachen Anlegeplatz gab. Da es zu regnen begann, verbrachten wir den Abend lesend unter Deck.

Der 22.06. begann mit Regen und kühlen 16 Grad. Wir fuhren 17nm von Richardménil nach Charmes und passierten 14 Selbstbedienungsschleusen. An jeder Schleuse gab es eine andere Tücke: Mal gab es ein technisches Problem der Schleuse, mal steckten wir vor der Schleuse im Schlamm fest und kamen nicht in die Schleuse rein, mal konnte Oskar die Leine nicht zum Poller werfen weil der Hub zu hoch war, mal sind wir am Sensor für die Fernbedienung vorbeigefahren und mussten wenden und zurück zum Sensor tuckern. Heute hatten wir ein niederländisches Boot im Kanal vor uns, was sehr ungewohnt war nachdem wir tagelang keinen Booten begegnet sind. An der dritten Schleuse waren die Niederländer vor uns in der Schleuse und rammten das Schleusentor, so dass das Schleusentor kaputt war und VNF uns einen Mitarbeiter schicken musste damit wir weiterfahren konnten.

Am Nachmittag wurde das Wetter besser und die Sonne kam raus. Der Canal des Vosges verläuft ca. 20m erhöht neben der Mosel und auf einer Kanalbrücke haben wir sogar die Mosel überquert.

17:30 Uhr kamen wir in Charmes an. Der Anlegesteg ist mit einem Campingplatz verbunden und wir freuten uns, als wir ein Häuschen mit Duschen sahen. Aber: wegen Corona sind die Duschen gesperrt…

Wir gingen einkaufen und abends zauberte Oskar Sushi.