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Portoferraio (IT) - Spiaggia di Fonza (IT) - Taverna (FR)

Den 23.08.2021 verbrachten wir an unserem Ankerplatz neben Portoferraio, der größten Stadt von Elba. Vormittags fuhren wir mit unserem Dinghy an Land, um in einem großen Laden für Bootszubehör eine neue Funkantenne zu kaufen. Unsere Antenne ist beim Baden leider über Bord gefallen und so brauchten wir eine neue. Wir fanden eine Antenne, die deutlich besser und höher war als die vorherige aber trotzdem kein Vermögen kostete. Glück gehabt! Dann gingen wir in einen großen Supermarkt und besorgten Proviant für die nächsten Tage. Wir kauften für eine gute Woche ein, um uns keine Gedanken über den nächstgelegenen Supermarkt machen zu müssen. Mit dem großen Einkauf im Dinghy fuhren wir zurück zum Boot und verstauten alles. Wie so oft waren wir verblüfft, dass alles in unseren Kühlschrank gepasst hat. Mit ein bisschen puzzeln bekommen wir immer alles rein!

Dann sind wir wieder mit dem Dinghy an Land gefahren und sind durch die kleinen Innenstadt von Portoferraio gelaufen. Auf der ganzen Reise zusammengerechnet haben wir noch nicht so viele Deutsche und deutsche Boote gesehen wie in Portoferraio! Wir liefen zur Villa di San Martino, die Napoleon Bonaparte während seines Exils von Mai 1814 bis Februar 1815 bewohnte. Die Villa ist heute ein Museum und hat einen fantastischen Ausblick auf das Meer und die Küste.

Anschließend gingen wir in Portoferraio Eis essen. Es war bisher das beste Eis der ganzen Reise! Portoferraio war insgesamt ein unspektakulärer und verschlafener Ort, der uns beide nicht begeisterte aber durch das Eis wird er mir in Erinnerung bleiben. Abends kochte Oskar Spaghetti con Vongole mit frischgekauften Venusmuscheln. Ein richtiges Festessen!

Am 24.08. mussten wir morgens feststellen, dass wir einen Fender verloren haben. Oskar machte sich extra mit dem Dinghy auf die Suche aber fand ihn leider nicht. Zwar haben wir noch genug Fender, aber es ist trotzdem sehr ärgerlich!

Wir fuhren um 10 Uhr von unserem Ankerplatz bei Portoferraio los. Laut Windvorhersage sollte wunderbarer Segelwind sein und wir freuten uns sehr darauf. Aber als wir aus der Bucht rausgefahren sind- war Flaute. Erst gab es gar keinen Wind, dann wehte der schwache Wind aus der entgegengesetzten Richtung als vorhergesagt und kam somit genau von vorne. Somit konnten wir schon wieder nicht wie erhofft segeln sondern mussten mit dem Motor fahren. Wir fuhren im Uhrzeigersinn um Elba rum. Die Küste von Elba ist sehr schön mit Klippen und Bergen, trockener Vegetation und verlassenen Gebäuden von ehemaligen Eisenerzminen.

Um 17 Uhr kamen wir nach 26nm in der Bucht beim Strand Spiaggia di Fonza an. Das Wasser war so klar, dass man sogar vom Boot aus Muscheln auf dem 6 m tiefen Meeresboden liegen sehen konnte! Nachdem wir schwimmen waren, zogen Wolken auf und es wurde kühler. Wir kochten Nudeln und hörten ein Hörspiel.

Am 25.08. standen wir früh auf und fuhren um kurz vor 6 Uhr morgens von unserem Ankerplatz an der Südseite von Elba los. Wir wurden mit einem wunderschönen Sonnenaufgang für unser frühes Aufstehen belohnt und hatten endlich mal wieder Wind zum Segeln. So segelten wir bei ca. 5 Knoten Wind und 4 Knoten Geschwindigkeit in Richtung Korsika. Nach der halben Strecke ließ der Wind nach, so dass wir doch wieder den Motor anschalten mussten aber wir waren sehr zufrieden mit den fünf herrlichen Segelstunden. Auf der Seegrenze zwischen Frankreich und Italien schalteten wir den Motor aus und legten einen Badestop ein.

Etwa 300m vor unserem Zielhafen Taverna an der Ostküste von Korsika ging unser Motor aus. Schnell war das Problem gefunden: der Dieseltank war leer! Eigentlich hat Oskar immer gewissenhaft in regelmäßigen Abständen den Stand kontrolliert und den Tank aus unseren Kanistern nachgefüllt, aber seit Viareggio haben wir beide nicht mehr dran gedacht. Nach etwa einer Stunde hatte Oskar glücklicherweise das Problem gelöst und wir konnten mit dem Motor in den Hafen einfahren. Wie gut, dass er den Motor wie seine Westentasche kennt und versteht!

Nun waren wir wieder auf französischem Staatsgebiet. Kann man das so formulieren? Schließlich gibt es ja angeblich sowohl von den Festlandfranzosen als auch von den Korsen die Ansicht, dass Korsika nicht so richtig zu Frankreich gehört…

Der Hafen Taverna ist eine in die Jahre gekommene Anlage, dafür ist der Preis günstig (für uns 23,23 Euro/Nacht inkl. Strom, Wasser, Duschen). Durch das Motor-Problem waren wir beide ziemlich ausgelaugt, machten aber trotzdem einen kleinen Spaziergang. Da der Hafen sehr abgelegen ist, spazierten wir einfach durch einen Wald. Ein kurzer Regenschauer führte zu einem wunderschönen Regenbogen und kühlte die Luft abends angenehm ab. Seit Marseille hat es nicht geregnet und ich kann mich an keinen Tag in den letzten Wochen erinnern, an dem es nicht heiß war. Dafür, dass viele Tage im Mai und Juni verregnet, grau und kalt waren, haben wir nun richtig tolles Sommerwetter!