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  • Rosa

Hohen Neuendorf - Berlin - Potsdam - Brandenburg an der Havel

Updated: May 25

Am 19. Mai 2021 sahen wir beim Aufwachen durch die Fenster unserer Kajüte blauen Himmel. So kann die Reise gut losgehen! Um 07:45 Uhr legte Oskar an der Marina Havelbaude in Hohen Neuendorf ab, ich packte das Bett zusammen und dann ging es los nach Berlin.

Die Fahrt nach und in Berlin war wieder überraschend schön. Zwar waren wir schon mehrfach am Berliner Stadtrand bzw. den äußeren Bezirken mit einem Boot unterwegs aber es ist jedes Mal aufs Neue eine Entdeckung. Berlin ist vom Wasser so grün und friedlich, hat erstaunlich viele Wassergrundstücke, die zu normalen Wohnhäusern oder Kleingartensiedlungen gehören und es gibt (insbesondere in Tegel) sogar kleine verwunschene Inseln.


Da wir eine funktionierende Funkanlage dabei haben und ich extra für die Reise die Funkscheine für Binnen und See gemacht habe, durften wir durch die Innenstadt fahren. Wegen der großen Touristen-/Passagierschiffe und des Regierungsviertels besteht im Innenstadtbereich die Pflicht, ein Funkgerät eingeschaltet zu haben und dafür wiederum braucht man einen Funkschein. Die Einfahrt in das Innenstadtgebiet muss auf Funk angemeldet werden und war mein erster abgesetzter Funkspruch mit unserem Funkgerät- doch da ich keine Antwort bekam, wusste ich weder ob der Spruch gesendet wurde noch ob irgendjemand zuhört. Aber inzwischen habe ich schon mehrmals das Funkgerät benutzt und weiß, dass alles funktioniert. Insgesamt sind die Berliner Gewässer durch die Corona-Pandemie herrlich leer. Keine Fahrgastschiffe, keine gecharterten Party-Boote mit Crew, keine noblen Dinner-Schiffe. Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir an Bellevue, am Berliner Hauptbahnhof und am Regierungsviertel vorbei und hielten dann am Schiffbauerdamm. Dort ist ein kostenloser Sportbootliegeplatz, den man für 24h nutzen kann. Keine Anmeldung, keine Gebühren und trotzdem hat man einen Liegeplatz in der besten Lage Berlins! Wir kamen mittags an und ab dem frühen Nachmittag bis nach Einbruch der Dämmerung kamen Familie, Freunde und Kollegen vorbei um uns zu verabschieden, das Boot zu besichtigen oder vom Anleger aus festzustellen, dass unsere April „doch ziemlich klein ist“. Ein großartiger Nachmittag und Abend!!!


Am 20. Mai kamen auch morgens nochmal Freunde zum Anleger und um 11 Uhr fuhren wir vom Schiffbauerdamm los in Richtung Mittelmeer (ein bisschen übertrieben formuliert aber letztendlich entspricht es ja dem Reiseplan). Wir fuhren wieder am Regierungsviertel vorbei und konnten vom Boot aus Annalena Baerbock bei einem Fototermin direkt an der Uferpromenade beobachten. Wer weiß, vielleicht ist bei ihrem Wahlkampfplakat nun ein kleines blau-weißes Segelboot im Hintergrund?

Wir wollten eigentlich die Schleuse Charlottenburg passieren, aber da die wegen Bauarbeiten geschlossen war (was wir erst sicher feststellten, als wir vor der Schleuse waren) mussten wir leider ein Stück zurückfahren und einen Umweg über die Schleuse Plötzensee und den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal machen. Da die Berufsschifffahrt an den Schleusen immer Vorrang hat, mussten wir leider dort 1,5h warten. Dann fuhren wir weiter zur Schleuse Spandau und dann am Wannsee vorbei bis nach Potsdam, wo wir um 18:30 Uhr am Yachthafen Potsdam ankamen. Wir wurden abgeholt und waren in Potsdam zum Abendessen und Übernachtung eingeladen. So kamen wir nochmal In den Genuss von Spargel, einer Dusche, einem weichen Bett, Champagner und einer geselligen Runde!


Am Morgen des 21. Mai hatten Oskar und ich beide einen Termin: Oskar war morgens im Hafen mit einem Mechaniker für die Wartung unseres Bootsmotors verabredet (er hat ein paar Einstellungen optimiert und uns für den Motor grünes Licht gegeben) und ich habe unser Sprayhood abgeholt, das in einer Segelmacherei repariert wurde. Es dauerte länger als geplant aber um kurz vor 12 Uhr konnten wir mit Christof und Sylvia als Tagesgästen an Bord ablegen. Die Sonne schien und es war 20 Grad warm aber es wehte ein starker Wind. Der Wetterdienst meldete, dass der Wind eine Stärke von 20 Knoten hat, aber in Böen war er gefühlt noch stärker. So fuhren wir in Potsdam los und hatten vom Start an starken Gegenwind und erstaunlich hohe Wellen für die Berliner Binnengewässer. Sobald wir auf größere Seen kamen wie beispielsweise den Schwielowsee, wurde der Wind so stark, dass es sich anfühlte als würden wir bereits über das Mittelmeer segeln: die Wellen warfen das Boot hin und her (so dass wir befürchteten, dass in der Kajüte alles durcheinander fliegt), uns spritzte Gischt ins Gesicht und als wir essen wollten, flogen uns beinahe die Schüsseln und Tassen über Bord. In schmaleren Abschnitten der Havel waren der Wind und die Wellen schwächer aber erst ab ca. 19 Uhr kam das Wetter zu Ruhe. Doch obwohl (oder gerade weil?) der Wind uns den ganzen Tag ins Gesicht pustete, hatten wir einen sehr schönen Tag zu viert, genossen die Landschaft und kamen 18:30 Uhr zufrieden in Brandenburg an der Havel an. Hier übernachten Oskar und ich nun an einem Rewe-Anlegesteg. Das nenne ich mal gute Kundenwerbung! Da wir auch bei Rewe einkaufen waren, hat es bei uns schon mal geklappt. Ehe Christof und Sylvia aufbrachen, tranken wir noch zum Ankommen einen Martini bzw. Gin Tonic zusammen. Warum ich das erwähne? Es waren die ersten Cocktails mit unseren eigenen Eiwürfeln d.h. unser Kühlschrank ist heute kalt genug gewesen, damit wir selbst Eiswürfel herstellen konnten. Ich habe mich noch nie so sehr über Eiswürfel gefreut wie heute!