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Camogli (IT) - Vernazza (IT) - Portovenere (IT)

Am Sonntag, den 15.08.2021 holte Oskar morgens mit dem Dinghy frisches Foccacia fürs Frühstück, dann fuhren wir zu dritt mit Maite von unserem Ankerplatz vor Camogli los. Wieder mussten wir den ganzen Tag mit dem Motor fahren- schade! Zwischendurch machten wir kurze Pausen, um uns im Wasser abzukühlen. Wir fuhren an Portofino vorbei und kamen zum Naturschutzgebiet Cinque Terre. Die Küste war seit Genua sehr schön und abwechslungsreich, so dass die Fahrt an der Küste entlang auch ohne zu segeln Spaß machte. Zwischendurch fiel leider unsere LED-Lampe, die wir als Ankerlicht benutzt hatten, ins Wasser. Wir hatten keine richtige Alternative und müssen in den nächsten Tagen wahrscheinlich improvisieren… Bisher hat das Meer zum Glück erst ein Handtuch, eine Festmacherleine und dieses Ankerlicht verschluckt.

Um 17 Uhr kamen wir nach 31nm in Vernazza an. Vernazza ist eines der fünf Cinque-Terre-Dörfer und besteht aus bunten Häusern und einem kleinen Hafen, die sich an den Felsen anschmiegen. Nachdem wir uns eine Mooring-Boje geschnappt haben, gingen wir baden. Dann fuhren wir mit dem Dinghy rüber nach Vernazza. Der Ort beginnt mit einem kleinen Hafenbecken, das in einen kleinen Strand mündet gleichzeitig als Badestelle dient. Direkt am Hafenbecken ist ein Platz, der von den pastellfarbenen Häusern umgeben ist. Vom Platz aus führt eine Straße bergauf bis zum Bahnhof, dann kommen noch ein paar Häuser und dann ist der Ort auch schon vorbei. Vernazza ist so wie die anderen Cinque-Terre-Dörfer am besten mit dem Zug oder einer kleinen Fähre zu erreichen. Zwischen den Dörfern verläuft außerdem ein Wanderweg, aber die unebenen Treppenstufen, die wir am Beginn des Weges gesehen haben, schreckten Oskar und mich (insbesondere wegen Oskars Zeh) ab. Mit dem Auto kann man Vernazza nur sehr schlecht und mühevoll erreichen und somit ist der ganze Ort eine Fußgängerzone.

Auf Maites Empfehlung hin gingen wir in ein Restaurant auf dem Dorfplatz. Wir tranken Aperitivo mit einer gemischten Käseplatte und einem Teller voller Sardellen, dann aßen wir Pizza und tranken dazu Wein aus den Cinque Terre. Zwar waren wir nicht in der typischen Pizza-Region, aber die Pizza war trotzdem eine der besten, die Oskar und ich je gegessen haben. Nach dem Essen spazierten wir durch den Ort und setzten uns dann an den Marktplatz, um das Treiben zu beobachten und Kindern zuzuschauen, die am kleinen Strand hochmotiviert Fußball spielten. Dann brachten wir Maite zum Bahnhof und um 23:30 Uhr fuhr sie zurück nach Genua. Es waren drei tolle Tage mit ihr!

Beglückt von dem wunderschönen Ort, der ausgelassenen Stimmung der Leute und dem Gefühl, die einzigen Touristen gewesen zu sein, machten Oskar und ich uns mit dem Dinghy auf den Weg zurück zum Boot. Leider hatten wir vergessen, einen Ersatz für die verloren gegangene LED-Lampe anzubringen und somit hatte unsere April kein Ankerlicht. Wir fuhren also mit unserem kleinen Dinghy in die Dunkelheit und suchten mit einer Handytaschenlampe unser Boot. Da unsere Mooring-Boje relativ weit weg von Vernazza und den anderen Booten war, mussten wir auf gut Glück in die Richtung fahren, in der wir unsere Mooring vermuteten. Wer hätte gedacht, dass ein Boot nachts so schlecht zu sehen ist! Der Rumpf und der Mast hoben sich erst sichtbar gegen die Dunkelheit ab, als wir nur noch etwa 10-15m vom Boot entfernt waren. Ab jetzt werden wir das Ankerlicht nicht mehr vergessen…


Am 16.08. wollten wir einen Tag Pause in Vernazza machen. Seit Marseille hatten wir keinen segel-/motorfreien Tag mehr und der schöne Ort verlockte uns zum Verweilen. Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Dinghy und zwei großen Taschen voller Wäsche zum Land. Die Überfahrt war abenteuerlich, da die Wellenhöhe und der Wind im Vergleich zu vorherigen Tag stark zugenommen hat.

Als wir in Vernazza mit dem Dinghy anlegten, erwartete uns eine Überraschung: der Hafenkai, der Platz und jeder Meter von Vernazza war voller Touristen. Am vorherigen Tag waren wir noch so froh, den Ort nicht mit Touristen teilen zu müssen und nun erlebten wir genau das Gegenteil. Als hätte man über Nacht mehrere Busladungen voller Deutscher, Amerikaner etc. in Vernazza abgeladen!

Trotzdem nahmen wir unsere Taschen und gingen zum kleinen Waschsalon. Während unsere Anziehsachen und Bettwäsche in der Waschmaschine bzw. im Trockner waren, saßen wir nebenan ein einem kleinen Restaurant und aßen Nudeln (Oskar) und belegtes Foccacia (Rosa). Als die Wäsche nach knapp zwei Stunden fertig war, quetschten wir uns durch die Menschenmenge zurück zum Dinghy und fuhren zum Boot.

Als wir wieder an Bord waren, stellten wir fest, dass die Wellen noch mehr zugenommen hatten. Unser Boot schwankte so sehr, dass es unangenehm war. Kein Wunder, schließlich kamen Wind und Wellen aus Süden und somit war unser Mooring-Platz null geschützt. Laut Vorhersage sollten die Wellen noch weiter zunehmen und nachts 1,9m hoch werden. Nee, darauf hatten wir keine Lust.

Obwohl wir den Abend eigentlich nochmal in Vernazza verbringen wollten, planten wir spontan um und suchten uns bei Navily einen geschützten Ankerplatz, an dem wir dem südlichen Wind und Wellen weniger ausgeliefert sein würden. Somit fuhren wir am Nachmittag nach Portovenere, einem 10nm entfernten Ort am Ende des Cinque Terre-Nationalparks. Dort ankerten wir zwischen Portovenere und der Isola Palmaria und hatten einen sehr ruhigen Ankerplatz, bei dem das Boot nur schaukelte, wenn eine Fähre oder ein Motorboot vorbeifuhr. Abends machten wir einen kleinen Spaziergang auf der Insel, dann kochte ich Nudeln mit frischem Pesto aus Genua zum Abendessen. Anschließend schauten wir den Film „Luca“, den uns Maite ans Herz gelegt hat. Der Film ist von Pixar und spielt in den Dörfern von Cinque Terre, insbesondere in Vernazza und an der Küste. Zwar ist der Film für Kinder aber da er so gut zu den letzten Tagen passte, waren wir trotzdem verzückt.