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Îles de Lérins (FR) - Monaco - Genua (IT) - Camogli (IT)

Der 11.08.2021 war ein heißer Tag. Schon morgens war es über 30 Grad heiß, so dass ich vor dem Frühstück schwimmen war- meine Premiere bei dieser Reise! Oskar habe ich wegen seinem Zeh nicht erlaubt, ins Wasser zu springen… da muss er leider noch ein paar Tage warten. Nach dem Frühstück fuhren wir von unserem Ankerplatz los. Der Wind, der in den letzten Tagen jeden Tag schwächer wurde, war heute kaum vorhanden. So dümpelten wir bei ca. 5 Knoten Wind vor uns hin. Da wir so nicht vorwärts kamen mussten wir leider schon wieder den Motor anschalten. Schade, wir wollen doch segeln! Da kaum ein Lüftchen wehte, fühlten wir die Hitze und Sonne umso stärker und schwitzten den ganzen Tag vor uns hin. Ein bisschen Wind, ein paar Wolken oder ein paar Grad weniger würden es erträglicher machen!

Am Nachmittag packte Oskar mal unseren Gennaker aus, ein schönes Segel aus leichtem blauem und weißem Stoff. Ein Gennaker ist ein gutes Segel für wenig Wind, da wir es aber bis jetzt noch nicht benutzt haben, musste Oskar erstmal alle Leinen sortieren und sich in die Befestigungstechnik reindenken. Er schaffte es und so segelten wir etwa eine Stunde mit dem Gennaker! Leider waren wir trotzdem sehr langsam unterwegs und mussten somit das Segel bergen und wieder auf den Motor wechseln. Um 17 Uhr kamen wir nach 22,5nm im Hafen Cap d‘Ail an. Durch die Sonne und Hitze war es ein anstrengender Tag und wir waren ziemlich ausgelaugt.

Der Hafen Cap d‘Ail ist auf französischem Staatsgebiet, grenzt aber direkt an Monaco. Wenige Meter neben der Hafenmole verläuft die monegassische Staatsgrenze und direkt beginnen dir hohen Häuser und sauberen Straßen von Monaco. Der Vorteil des Hafens ist, dass er sehr viel günstiger als die Häfen in Monaco ist (wir bezahlten 29 Euro inkl. Strom, Wasser, Duschen und Toiletten) und man trotzdem nur einen Katzensprung von Monaco entfernt ist.

Nachdem wir eine Pause gemacht und geduscht haben, spazierten wir durch Monaco. Direkt neben unserem Hafen waren das Fußballstadium vom AS Monaco und der Helikopter-Landeplatz. Kaum überquerten wir die unsichtbare Staatsgrenze, waren die Straßen sauberer, die Autos protziger, die Häuser und die Parks gepflegter. Wir liefen bis zum Port Hercule und dann wieder zurück. Monaco ist eine unwirkliche Welt für sich. Den Spaziergang fanden wir interessant, mehr Zeit wollten wir in Monaco aber nicht verbringen und fühlten uns wohler, als wir wieder auf dem französischen Staatsgebiet waren.

Abends schauten wir Dokus über den Grand Prix von Monaco, denn auch wenn wir beide uns nicht für die Formel 1 interessieren, so ist es doch faszinierend dass auf diesen engen Straßen jährlich ein Autorennen stattfindet.


Wegen des wenigen Windes und der extremem Hitze entschieden wir, eine Nachtfahrt einzulegen. Um nach Genua (unserem nächsten Ziel) zu kommen, hatten wir die Wahl zwischen zwei Tagen bei brütender Hitze jeweils 40nm mit dem Motor zu fahren oder einen Abend und eine Nacht bei angenehmerer Temperatur durchzufahren. Da nachts sogar etwas mehr Wind sein sollte als tagsüber und uns die pralle Sonne in den letzten Tagen so zu schaffen gemacht hat, entschieden wir uns gemeinsam für die Nachtfahrt. Ich ging in Monaco in einem riesigen und schicken Supermarkt (der überraschenderweise günstiger war als die Supermärkte an der französischen Küste) einkaufen, dann bereiteten wir schnell das Boot vor, da der Hafenmeister uns schnellstmöglich vom Liegeplatz verscheuchen wollte.

Um 15:30 Uhr fuhren wir los in Richtung Genua. Durch die hohen Häuser kann man Monaco aus vom Wasser klar vom französischen Staatsgebiet abgrenzen. Schon skurril, dass man vom Meer aus das ganze Land auf einen Blick sehen kann!

Die Nachtfahrt war ohne besondere Vorkommnisse. Der Wind war den Großteil des Nachmittags und Abends schwach, nachts nahm er zu, kam aber aus der falschen Richtung. Als der Wind nach Mitternacht kurzzeitig auf etwa 10 Knoten zunahm und wir durch den Kurs hoch am Wind starke Schräglage im Boot hatten, fühlte ich mich in der Dunkelheit der Nacht unwohl. Aber ansonsten war das nächtliche Fahren für uns beide kein Problem. Zwischendurch segelten wir mit beiden Segeln ohne Motor, die meiste Zeit hatten wir aber den Motor an und das Großsegel gesetzt. Nachts war es friedlich, wir sahen kaum Schiffe, die Nacht war sternenklar, wir sahen viele Sternschnuppen und es war 27 Grad warm. Wir wechselten uns am Ruder ab, so dass einer von uns Pause hatte und zwischendurch ein bisschen Schlaf bekommen konnte.

Um 13 Uhr kamen wir am 13.08. in Genua im alten Stadthafen an. Unser erster Stop in Italien! Nachdem wir angelegt und das Boot aufgeräumt haben, gingen wir duschen und gönnten uns dann etwas Ruhe nach der aufregenden Nacht. Um 16 Uhr kam uns meine Freundin Maite am Boot abholen. Da sie ein Jahr in Genua gelebt hat und jedes Jahr in der Stadt Urlaub macht, kennt sie die Stadt und die Umgebung und wir freuten uns sehr, dass wir das Wochenende mit ihr zusammen verbringen konnten. Als erstes gingen wir in eine Apotheke, um Oskars Zeh besser versorgen zu können. Dann zeigte uns Maite die Altstadt und ihre liebsten Ecken: wir gingen Eis essen, liefen durch die hügeligen schmalen Straßen der Altstadt, gingen frisches Pesto einkaufen und endeten abends in einer kleinen Bar, in der wir Aperitivo tranken. Wir nahmen alle drei Aperol Spritz, hier nur „Spritz“ genannt und bekamen dazu mehrere Schüsselchen mit Knabberkram. Der Tag in Genua war gefühlt einer der heißesten Tage unserer Reise. Zwar ist die Stadt durch die hohen alten Häuser und die schmalen Gassen schattig, aber trotzdem steht die schwüle Hitze in der Stadt. Nach dem Aperitivo gingen wir in ein kleines Restaurant essen. Wir nahmen alle drei Pasta und Oskar und ich fühlten uns wie im Himmel. Endlich italienisches Essen! Nach dem Essen führte uns Maite zu einem kleinen Platz, der voller Menschen war. Dort tranken wir noch eine Runde Aperol Spritz und beobachteten das bunte und laute Treiben um uns. Auf dem Rückweg zum Boot holte sich Oskar noch ein Eis, dann gingen wir müde und erschöpft ins Bett.

Am 14.08. kam Maite früh um 8 Uhr mit frischem Foccacia (was so wie Pesto eine Spezialität aus Genua ist) zum Boot und gemeinsam fuhren wir drei nach Camogli, einem kleinen Ort am Meer südlich von Genua, der Maite besonders gut gefällt. Die 11 nm an der Küste waren wunderschön mit pastellfarbenen Häusern im Vordergrund und grünen Bergen im Hintergrund. Da kein Wind war, mussten wir leider wieder mit dem Motor fahren. Schade!

Vor Camogli ankerten wir, gingen baden, lagen faul auf dem Boot und genossen das Wetter, das Meer und das Leben. Am Nachmittag fuhren wir mit dem Dinghy an Land. Camogli ist ein zauberhafter Ort mit kleinem Hafen, einer schönen Hafenpromenade, einem Strand und vielen kleinen Restaurants und Läden. Wir gingen in Maites liebste Aperitivo-Bar und tranken Gin Tonic mit Blick auf unsere ankernde April. Dazu gab es wieder verschiedene Kleinigkeiten zu essen. Anschließend holten wir uns ein Eis und liefen durch den kleinen Ort, ehe wir wieder zurück zum Boot fuhren und dort den späten Nachmittag verbrachten.

Abends wollten wir zum Essen wieder mit dem Dinghy an Land fahren aber leider… zog ich falsch an dem Reversierstarter (die Schnur, mir der man den Motor startet) und die Schnur verhakte sich. Oskar musste also den Motor auseinanderbauen und das Teil reparieren. Leider sprang die Metallfeder raus, so dass die Reparatur aufwändiger war. Aber Oskar schaffte es, den Motor zu reparieren (Juhuuu!) und wir konnten zum Hafen fahren. Wir gingen in ein Restaurant am Meer essen, aßen Fisch und Nudeln mir Pesto und tranken Wein. Gegen 23 Uhr waren wir zurück am Boot und waren so müde, dass wir schnell schlafen gingen. Eigentlich ist auf dem Boot nur ein Doppelbett für zwei Personen aber wir legten uns zu dritt nebeneinander und es passte. Ein bis zwei Nächte kann man so schlafen, mehr würde schwierig sein.