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  • Rosa

Île de Port-Cros (FR) - Agay (FR) - Îles de Lérins (FR)

Am 09.08.2021 erwachten wir durch Hitze und Zikaden… wenn das nicht Urlaub ist! Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir los. Da der Wind schwach (ca. 5 Knoten) und aus der falschen Richtung kam (Nordosten, der Richtung unseres Ziels) fuhren wir den Großteil des Tages mit Motorunterstützung. Wir fuhren von der Insel Port-Cros los zur Küste, kamen an der Bucht von Saint-Tropez vorbei und bogen dann in die Bucht von Agay ab. Da wir eine weite Strecke zurücklegten (35nm), kamen wir erst abends gegen 19 Uhr an. Leider waren schon alle Mooring-Plätze in der Bucht vergeben, so dass wir ankern mussten. Durch das Ankern sparten wir zwar etwa 20 Euro, die ein Mooring-Platz gekostet hatte, aber dafür waren wir wie die anderen ankernden Boote dem Wind und den Wellen ausgeliefert und schaukelten ziemlich stark.

Die Klischees der Côte d‘Azure wurden heute alle bestätigt: über den Tag verteilt flog etwa aller 20 Minuten ein privater Hubschrauber über uns, wir sahen eine riesige Segelyacht (125 Fuß), es sind viele protzige Motoryachten unterwegs und die Motorboote fahren rücksichtsloser als sonst. Auf dem Meer ist so viel Platz, warum müssen sie denn drei Meter vor uns entlang rasen und uns mit den großen Wellen ärgern? Und warum liegen auf jedem der protzigen Motoryachten Frauen im Bikini auf weißen Polstern? Trotzdem gefällt uns die Küste sehr, mehr als wir gedacht hätten.

Nachdem Oskar zweimal ins Wasser gesprungen ist und den Anker geprüft hat, aßen wir Abendessen. Ich habe Spaghetti gekocht und in Rücksprache mit Oskar Salzwasser für die Nudeln genommen. Wir dachten beide, dass das Mittelmeer zwar salzig ist, aber nicht salziger als gesalzenes Nudelwasser und wir somit ohne Risiko das Meerwasser zum Kochen verwenden könnten. Tja, nun sind wir schlauer: die Spaghetti waren total versalzen. Dank Pesto, Tomaten und Mozzarella konnten wir das Salz abmildern aber genießbar war es trotzdem nicht. Also ab jetzt werden wir maximal 1/3 Salzwasser zum Kochen nutzen.

Nach dem Essen haben wir unsere erste längere Dinghy-Fahrt gemacht. Mit dem Motor sind wir ca. 1 km von unserem Boot zum Strand gefahren. Ich hatte viele Sorgen ob der Anker hält wenn wir nicht da sind, ob der Dinghy-Motor den Geist aufgibt und wir zurück paddeln müssen oder ob unser Dinghy am Strand geklaut wird. Aber zum Glück traten alle Befürchtungen nicht ein. Wir aßen ein Eis, liefen die Strandpromenade des unansehnlichen Örtchens lang und fuhren zurück zu Boot. Gegen 22 Uhr gab es am Ufer ein Feuerwerk. Dank unseres Ankerplatzes hatten wir eine perfekte Sicht als wäre das Feuerwerk nur für uns. Es ging etwa 10 Minuten und war beeindruckend. So hat sich der Ankerplatz trotz Wellen und unruhiger Nacht gelohnt!


Am 10.08. fuhren wir um 11 Uhr von unserem Ankerplatz bei Agay los. Leider war wieder der Wind schwach und aus nordöstlicher Richtung d.h. genau der Richtung unseres Tagesziels. Wir versuchten 1,5 Stunden zu segeln aber bewegten uns kaum von der Stelle und entschieden somit, wiederden Motor als Unterstützung zu nehmen. Wie schon am vorherigen Tag sahen wir viele private Hubschrauber und riesige Luxusyachten. Dank der App MarineTraffic kann man bei vielen der großen Schiffe rausfinden, wohin sie fahren, wie lang sie sind und wie sie heißen. Wenn man den Namen der Yacht googelt, findet man oft mehr Informationen heraus. So wissen wir, dass wir die „Rising Sun“ gesehen haben, die mit 138m zweitgrößte Motoryacht der Welt, die nicht in Besitz eines Staatsoberhauptes ist. Außerdem wissen wir, dass wir nah an der „Asahi“ vorbeigesegelt sind, einem 56m langen Segelschiff, dass man für einen wöchentlichen Preis von 280.000 Euro (!) chartern kann.

Am Nachmittag kamen wir bei den Îles de Lérins an, einer Inselgruppe vor Cannes. Zwischen den Inseln ist ein beliebter Ankerplatz, der -wie erwartet- voller ankernder Boote war. Nachmittags waren es ca. 100-200 Boote, davon blieb mehr als die Hälfte auch über Nacht.

Endlich war das Wasser mal angenehm warm und wir schwammen und schnorchelten ausgiebig. Leider verletzte sich dann Oskar und riss sich den ganzen Nagel seines linken großen Zehs raus. Autsch! Aber er biss die Zähne zusammen und gemeinsam versorgten wir seinen Zeh.

Eine Besonderheit des Ankerplatzes ist ein ankernder Katamaran, der Pizzas verkauft. Diese Gelegenheit wollten wir uns nicht entgehen lassen und bestellten zum Abendessen Pizza. Die Pizza wird auf dem Katamaran frisch zubereitet und dann mit einem kleinen Schlauchboot zu den GPS-Koordinaten gebracht, die man vorher durchgegeben hat. So kam unsere Bestellung direkt an unser Boot, wie großartig! Die Pizza war zwar nicht der Hit, aber trotzdem feierten wir beide sehr den Moment und genossen mit Pizza und Gin Tonic den Sonnenuntergang. Herrlich!